Naturführerin Tiina – ein wahres Naturkind


17.12.2014 | Schriftsteller: Visitmikkeli bloggers

Als Tiina Leinonen 10 Jahre alt war, führte der Schulweg nach Anttola durch den Wald. Je nach Jahreszeit legte sie die Strecke entweder zu Fuß oder auf Skiern zurück. Der Weg zur Schule war stets voller Abenteuer, Überraschungen und unvergesslicher Naturerlebnisse. Nach und nach lernte sie, den Wald besser zu verstehen.

Heute, als 50-Jährige, läuft Tiina immer noch durch die Wälder von Anttola, privat und beruflich. Die geliebte Landschaft der Kindheit ist ihr Arbeitsumfeld, wo sie als „Opas-Tiina“ (Naturführerin Tiina) vielfältige Naturaktivitäten organisiert.

Gemeinsam mit Tiina kann man die Natur mit dem Kajak, dem Rad, zu Fuß, auf Skiern oder Schneeschuhen erkunden. „Unterwegs erlebt man viele einmalige und unvergessliche Momente und erhält darüber hinaus interessante Einblicke in die Kulturgeschichte des Gebietes. Manchmal gestalte ich meine Touren mit verschiedenen Extras, wie Schwedenfackeln oder Runen“, berichtet Tiina.

Die Landschaften ändern sich, aber die Natur bleibt konstant

Bevor Tiina in ihre Heimat zurückkehrte, hatte sie auch viele andere Landschaften erlebt. Sie hat an der Universität Joensuu sowie an der Forstfachschule Varpala in Savonlinna und der Fachhochschule Lahti studiert. Ihre Studienreisen haben sie auch ins Ausland geführt.

Sie kann daher auch mehrere Berufsbezeichnungen führen. Derzeit ist sie dabei, ihr Umwelterzieher-Examen an der finnischen Umweltfachschule zu absolvieren.

Auch wenn Tiina schon viel gereist ist, ist die Natur stets eine Konstante in ihrem Leben geblieben. Die Natur gibt Antworten, verschafft Seelenfrieden und ist eine Art Lebensmodell.

„Gegen Ende der 80er Jahre war ich bei der Gemeinde Anttola als Sportlehrerin angestellt. Ich hatte mich bei vielen Schulen beworben und dann überraschend einen Studienplatz an der Forstfachschule Evo bekommen. Ich war im Zwiespalt, was ich nun machen sollte, da ich ja fest angestellt war. Ich erinnere mich noch, wie ich mit dem Kajak aufs Wasser fuhr und unterwegs ein schweres Gewitter losbrach. Die Natur hatte mir geantwortet,“ meint sie geheimnisvoll.

Als Jahre später ihre Karriere bei der Forstverwaltung stockte, beschloss sie, auf eigene Weise in und mit der Natur weiterzuarbeiten. Es entstand der Naturservice „Opas-Tiinan luontopolkupalvelut“. „Wenn etwas nicht mehr funktioniert, muss man loslassen können. So wie es die Natur macht“, ist ihr Fazit.

Natur als Medizin

Ein besonderes Augenmerk in Tiinas Arbeit liegt auf der rehabilitierenden Wirkung der Natur. Ihr Ziel ist die Nutzung der Natur zugunsten eines ganzheitlichen Wohlbefindens. Kajaktouren auf dem weiten Saimaa-See entspannen den Geist und kräftigen gleichzeitig die Tiefen- und obere Rückenmuskulatur. Eine Schneeschuhtour über den weiß glänzenden Schnee wirkt wie eine Lichttherapie und bietet gelenkschonende Bewegung.

Tiina weist auf die Bedeutung der Natur für die Behandlung von Depressionen hin. „Bei Depressionen werden meist zuerst Antidepressiva verschrieben. Die betäuben aber nur. Viel wichtiger ist, Momente des Wohlbefindens zu erleben“, meint Tiina.

Sie ist der Meinung, dass Natur genauso wie Medikamente verschrieben werden kann. „Wenn man schlapp und apathisch ist, sollte man sich etwas in der Natur aufhalten. Wer sich regelmäßig in der Natur erholt und neue Kraft schöpft, passt sich nach und nach ihrem Rhythmus an und entwickelt eine andere Sicht der Dinge“, so Tiina.

Viele Eisen im Feuer

Tiina ist unermüdlich und arbeitet ständig an mehreren Projekten. Neben Naturführungen und dem eigenen Studium hat sie auch mit der Restaurierung der alten Familienhütte in Siiskonlahti in Puumala begonnen. Ziel ist, eines Tages anhand der Hütte den Besuchern die Geschichte der Traditionslandschaft konkret zu veranschaulichen. „Ich bin der Meinung, dass man durch Tun lernt. Auf der Hütte könnte ich beispielsweise Interessierte im Errichten eines Stangenzauns unterweisen“, meint sie.

Im Sommer 2014 wurde im Hafen von Anttola eine Sommerinformation für Touristen errichtet. Auf Tiinas Initiative entstand zunächst eine Hütte für den Kajakverleih, die auch schon bald als Reservierungsstelle für Kajaktouren und Fremdenverkehrsauskunft fungierte. Dies bedeutete einen Aufschwung für das gesamte Dorf und wurde dementsprechend gewürdigt.

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