Das Weingut Ollinmäki setzt auf einheimische Beeren


18.12.2014 | Schriftsteller: Visitmikkeli bloggers

Sirpa Villanen betreibt mit ihrer Familie das Weingut Ollinmäki. Sie stammt aus der Region um Mikkeli und hat hier schon immer gelebt, erst eine Zeitlang direkt in Mikkeli und später in Anttola. Heutzutage befinden sich Heim und Arbeitsplatz unter einem Dach, auf dem Gut ihrer Kindheit. „Der Gedanke wegzugehen, ist mir einfach nicht gekommen", meint sie lachend. Hier ist der Sitz des Weingutes Ollinmäki.

Das Weingut Ollinmäki wurde 1995 gegründet, nachdem durch eine Änderung des Alkoholgesetzes Herstellung und Verkauf von Gutsweinen möglich geworden waren. Bis dahin hatte das Ehepaar Villanen Saftherstellung betrieben. Nun beschlossen sie, auf Weinerzeugung überzugehen.

Im Kuhstall von Sirpas Elterngut wurde ein Weinkeller angelegt. Das erforderliche Knowhow zur Herstellung von Obstweinen holten sie sich aus Mitteleuropa. „Auf dem Gut wurde schon seit den 20er Jahren Gartenanbau betrieben, u. a. wurden Beeren und Äpfel angebaut. Von der Saftproduktion war es dann nur ein kleiner Schritt zur Weinherstellung“, berichtet Sirpa.

Familienprojekt

Sirpa und ihr Mann, der damals noch als Küster arbeitete, wurden eigentlich mehr aus Zufall Saftproduzenten. „Ich arbeitete früher bei der Zeitung Länsi-Savo. Im selben Hof gab es auch eine Mosterei, wo ich mir ab und zu Saft holte. Dabei erfuhr ich von den Umzugsplänen des Betreibers, worauf ich mein Interesse kundgab, das Geschäft zu übernehmen“, berichtet Sirpa von ihren Unternehmeranfängen.

Zu Beginn ihrer Unternehmertätigkeit arbeitete sie auch weiterhin bei der Zeitung. Ihr Mann baute das Weingut auf und kümmerte sich um ihre zwei Töchter. „Als ich dann einmal mein Knie verletzte und nicht zur Arbeit fahren konnte, kam mir der Gedanke, dass es an der Zeit wäre, mich ganz auf das Weingeschäft zu konzentrieren“, meint sie.

Momentan beschäftigt das Weingut die gesamte Familie. Ihr Mann ist für die Produktion zuständig und die beiden Töchter sind ebenfalls im Familienbetrieb tätig.

Du und ich und Hentu´s Liese

Die Namen hinter den Ollinmäki-Weinen haben eine besondere Geschichte: Myllärin Matti, Juortanan Jussi, Puntun Paavo und Hentus Liese. „Es dauerte eine Weile, bis wir passende Namen gefunden hatten. Wir gingen alles Mögliche durch, von Kühenamen bis zu französischen Landgütern“, zählt Sipa auf.

„Dann fand ich auf dem Boden die Gedichtsammlung Kanteletar meiner Mutter, die u. a. folgenden Text enthielt: Lirum, larum, lange Wege, du und ich und Hentus Liese, Pontus Paawo, Juortans Jussi, Kneipen-Lassi und Müllers Matti liefen kreuz und quer im Hause; alle suchten, keiner fand mich, heimlich hinterm Ofen stand ich”, rezitiert sie.

Neben Weinen produziert das Weingut auch Liköre, Cidre und die zwei Schaumweinsorten Ruhtinatar (Fürstin) und Ruhtinas (Fürst). Die Namen gehen auf die Fürstenfamilie Demidoff zurück, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Anttolanhovi ansässig war.

Manche glauben auch, dass der Name Ruhtinatar eine Anspielung auf die Gutschefin ist. Das macht Sirpa nichts aus. „Unser Cidre heißt ja auch Sirpakka“, meint sie.

Überraschende Zutaten

Die mit nationalromatischen Namen getauften Ollinmäki-Weine werden aus Apfel, Johannisbeere, Preiselbeere und schwarzer Krähenbeere hergestellt. Die Johannisbeeren stammen vom Nachbargut, die Äpfel aus eigener Ernte und die Naturbeeren werden von lokalen Sammlern geliefert.

Sirpa zufolge erfreuen sich Obstweine bei den Finnen großer Beliebtheit: „Obstweine passen gut zur finnischen Küche. Zum Beispiel passen Apfelweine ausgezeichnet zu Schweinefleischgerichten“.

Der süße Preiselbeerwein enthält auch Birkensaft. „Birkensaft rundet das Aroma ab und macht den Wein unglaublich weich. Außerdem besitzt Birkensaft auch eine gesundheitsfördernde Wirkung“, so Sirpa.

Eine weitere Spezialität des Hauses ist Teerschnaps, der auf Basis von Kornbranntwein hergestellt wird. Das Getränk verwischt auch die letzten Vorurteile gegenüber Kornbranntwein. Für die Liköre wird eine Zutat verwendet, die in der finnischen Natur zur Genüge vorkommt und sich in jüngster Zeit wachsender Beliebtheit erfreut, Fichtentriebe.

Finnische Beeren sorgen für Interesse

Das Gut verzeichnet das ganze Jahr über Gäste aller Art. Im Sommer machen viele einen Abstecher zum Gut, um dessen Spezialitäten zu kosten und zu kaufen.

In Verbindung mit dem Weinkeller gibt es einen mietbaren Festsaal, der Platz für 100 Personen bietet. Die Sommerterrasse stellt einen hervorragenden Rahmen für unterschiedliche Veranstaltungen und Feste und ist u. a. beliebt für die Austragung von Hochzeiten. In der Turmbar können elegante Weinproben für kleinere Gruppen veranstaltet werden. Auf dem Gut besteht auch die Möglichkeit für Übernachtung mit Frühstück.

Ollinmäki verzeichnet einen hohen Anteil an ausländischen, insbesondere russischen Gästen. „Unsere russischen Gäste lieben süße Obstweine. Bei spanischen Gästen erfreut sich dagegen besonders Puntun Paavo großer Beliebtheit, da bei dessen Herstellung anstatt Wasser Birkensaft verwendet wird“, berichtet Sirpa.

Die für die Weine verwendeten Beeren wecken bei Ausländern ausgesprochen viel Interesse. Sirpa besucht mit ihren Gästen daher oft den benachbarten Johannisbeeranbau.

Und wie steht es mit der Winzerin selbst, welche Weine bevorzugt sie? „Ich mag Sekt“, meint sie lächelnd.

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Weingut Ollinmäki

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